Photogrammetrie ist der Schritt von analogen Abdrücken zu digitaler Präzision. Wir setzen sie bei Rekonstruktionen des gesamten Zahnbogens ein, einschließlich Straumann® Pro Arch, wo es auf den exakten passiven Sitz des Zahnersatzes ankommt.
Warum herkömmliche Methoden nicht ausreichen
Grenzen analoger Abdrücke
Abformlöffel und Abformmassen galten lange als Goldstandard. Die Methode ist jedoch zeitaufwendig, fehleranfällig in der Ausführung und für den Patienten oft unangenehm — besonders bei ausgeprägtem Würgereiz.
Das Hauptrisiko ist die Verformung des Materials. Schon eine winzige Bewegung während des Aushärtens der Masse führt zu einer Ungenauigkeit, die den passiven Sitz der endgültigen Prothese gefährdet. Sitzt der Ersatz nicht perfekt passiv, entstehen im Knochen unerwünschte Spannungen.
Das Problem herkömmlicher Intraoralscanner
Scanner sind hervorragend für einzelne Zähne, beim zahnlosen Kiefer stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. Beim Erfassen des gesamten Zahnbogens muss die Software Tausende kleiner Aufnahmen zusammensetzen.
An diesen Nahtstellen entstehen kumulative Fehler, die zu Abweichungen von über 50–100 Mikrometern führen können. Für implantologische Arbeiten ist eine solche Abweichung zu groß.
Was ist Photogrammetrie
Photogrammetrie ist eine digitale Technik, die aus mehreren, aus verschiedenen Winkeln aufgenommenen Bildern die absolute 3D-Position der Implantate berechnet. Anders als ein Scanner setzt sie die Aufnahmen nicht schrittweise zusammen — sie erfasst den gesamten Zahnbogen auf einmal.
Genauigkeit von 4–10 Mikrometern
Während herkömmliche Methoden Abweichungen von über 50 Mikrometern aufweisen können, bleibt die Photogrammetrie im Bereich weniger Mikrometer. Das ist entscheidend für die langfristige Haltbarkeit der Implantate.
Vektorielle Messung
Wir verwenden codierte Marker, die die Kamera mit mathematischer Genauigkeit erkennt. Eine Bildverzerrung ist damit ausgeschlossen.
Integration mit dem Gesicht
Die Daten aus der Photogrammetrie kombinieren wir mit einem Scan der Weichgewebe und einem Gesichtsscan. So gestalten wir die neuen Zähne direkt passend zu Ihren Gesichtszügen.
Was der Patient davon hat
- Exakte Positionierung der Implantate. Sie ermöglicht einen passiv sitzenden Zahnersatz: keinerlei Spannung auf Implantate und Knochen, was für den Behandlungserfolg entscheidend ist.
- Schnellerer Abschluss der Behandlung. Die Präzision erspart Anproben, Anpassungen und Neuanfertigungen — Sie erhalten Ihre endgültigen Zähne früher.
- Angenehmerer Ablauf. Weniger Termine, kürzere Zeit auf dem Behandlungsstuhl und kein Würgen durch Abformmasse.
Digitaler Ablauf Schritt für Schritt
- Photogrammetrie — Position der Implantate.
- Intraoralscan — Zahnfleisch und Weichgewebe.
- Gesichtsscan — Ästhetik im Einklang mit den Gesichtszügen.
- Planung und Herstellung des Zahnersatzes im Zahnlabor.
Die Integration der Photogrammetrie ist einer der wichtigsten Fortschritte der modernen Implantologie. Sie ermöglicht uns vorhersagbare und langfristige Ergebnisse bei Gesamtrekonstruktionen des Gebisses. Wir schließen Fehler manueller Arbeit aus und bieten Patienten Zahnersatz, der nicht nur funktionell und ästhetisch, sondern auch biologisch präzise ist.
MUDr. et MUDr. Filip Donev, gMCP — Chefzahnarzt der MALO CLINIC Prague
